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DVB-S2 und Fehlerkorrektur

 
DVB-S2 ist eine Weiterentwicklung des DVB-S-Standards. DVB-S2 steigert die Datenrate um bis zu 130% durch die Verwendung verbesserter Codierungs-, Modulations- und Fehlerkorrekturverfahren. Im März 2005 ratifizierte ETSI den DVB-S2-Standard unter der Nummer EN 302 307.

Anstelle von 4PSK (QPSK) bei DVB-S verwendet DVB-S2 optional die Modulation 8PSK. Auch die Versionen 16APSK oder 32APSK wären theoretisch möglich, aber im Moment noch nicht sinnvoll realisierbar. Bei gleicher Bitfehlerhäufigkeit (BER) erfordert 8PSK einen höheren Träger-Rauschabstand (CNR) von etwa 3dB, was aber durch einen effizienteren Fehlerkorrektur-Code ausgeglichen wird. Unter anderem deshalb wird auch eine höhere Netto-Datenrate gegenüber DVB-S erzielt.

 

QPSK-Konstellationsdiagramm
8PSK-Konstellationsdiagramm
QPSK beschreibt immer 2 Bit. Wenn ein Bitpaar „00“ entspricht, ändert der QPSK-Modulator die Phase des Ausgangssignals in Bezug auf das Referenzsignal um 45°. Wenn die nächsten zwei Bit 11 entsprechen, beträgt der Phasenwinkel entsprechend 225°. Die Amplitude bleibt dabei immer unverändert bzw. spielt keine Rolle. Diese Form der Modulation wird beim bekannten DVB-S verwendet und stellt auch eine der möglichen Modulationen für DVB-S2 dar.

Die bei DVB-S2 aktuell meist verwendete Modulation ist 8PSK. Auch diese Modulationsart verwendet wie QPSK konstante Amplituden, erlaubt aber mehr mögliche Phasenwinkel (8 statt nur 4). Dabei wird jede Phasenverschiebung in Abhängigkeit von 3 aufeinanderfolgenden Bits durchgeführt. Deshalb entspricht ein Symbol in dieser Modulation 3 Bits anstelle von nur 2 Bits bei QPSK.

DVB-S2 spezifiziert nicht nur die Modulation, sondern auch ein neues Fehlerkorrekturverfahren. Dieses neue Verfahren leistet einen grossen Beitrag zur Störungssicherheit und damit zur Effizienz des neuen Standards. Das neue System hat auch neue FEC-Raten zur Folge, zum Beispiel 9/10 oder 8/9. Die „alten, bekannten“ FEC-Werte werden aber nicht abgelöst, sondern lediglich durch neue ergänzt. Neue Satelliten-Empfänger, wie z.B. der HUMAX PR-HD1000, beherrschen sowohl DVB-S wie auch DVB-S2, die QPSK- und 8PSK-Modulation und natürlich alle dazugehörigen FEC-Werte. Somit ist ein konsumentenfreundlicher Technologiewandel gewährleistet.

Der Einsatz besserer Bilddatenreduktionsalgorithmen (z.B. H.264/MPEG-4 AVC statt H.262/MPEG-2) ist nicht notwendigerweise an DVB-S2 gekoppelt. Da aber ohnehin neue Endgeräte mit anderen Demodulatoren benötigt werden, wechseln die meisten Anbieter auch auf ein Bandbreiten-effizienteres und damit für sie kostengünstigeres (aber deutlich rechenintensiveres) Kompressionsverfahren.

 

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