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HDMI - High Definition Multimedia Interface
5.1 Einsatzbereiche von
HDMI
HDMI (High Definition Multimedia Interface) ist eine Mitte 2003 neu
entwickelte Schnittstelle für die volldigitale Übertragung von Audio-
und Video-Daten und liegt seit dem 23. August 2005 in der
Version 1.2 vor. HDMI wurde von der Industrie zielgerichtet für den
Sektor Home-Entertainment eingeführt. Da im Consumer-Bereich immer
mehr digitale Komponenten eingesetzt werden und auch die Software
mittlerweile vorwiegend in digitalisierter Form vorliegt (z. B. DVD,
DVB usw.) wurden die Schwächen der bisher unvermeidlichen
Digital-Analog- und Analog-Digital-Wandlungen immer offensichtlicher.
Lange Zeit hatte sich die Filmindustrie jedoch jeder Bestrebung,
Videodaten digital auszugeben widersetzt. Man fürchtete, dass jeder
Kopierschutz über kurz oder lang überwunden werden könnte. Mit dem in
HDMI implementierten Kopierschutz HDCP (High-bandwidth Digital Content
Protection) scheinen diese Bedenken nun nicht mehr zu bestehen.
5.2 Die Vorteile von HDMI auf einen Blick
Mit HDMI wird erstmalig eine Art „Idealkonzept“ realisiert - eines,
von dem Heimkino-Enthusiasten schon lange träumen. Sehen Sie im
Folgenden, warum das so ist ...
Breite Unterstützung von Studios und Industrie
HDMI ist die erste
volldigitale Schnittstelle, die gemeinsam von der Filmindustrie und
praktisch allen weltweit agierenden Herstellern der
Unterhaltungselektronik entwickelt wurde und von Anfang an bis heute
konsequent unterstützt wird.
Alle Bild- und Tondaten in einem Kabel
HDMI überträgt sowohl digitale Videodaten (Bilddaten) als auch
digitale Audiodaten. Und das alles in einem integrierten Kabel mit
19-poligem Miniatur-Stecker.
Keine Kompression - keine Qualitätsverluste
HDMI arbeitet ohne Datenkompression und weist daher keinen
systembedingten Qualitätsverlust auf - wie dies z.B. bei FireWire /
i.Link der Fall ist.
Keine Analog-Digital- oder Digital-Analog-Wandlung erforderlich
HDMI hat mit DVI gemeinsam einen Riesenvorteil gegenüber allen
analogen Verbindungen: Videoseitig gab es bis anhin keine digitale
Lösung für die Datenübertragung. Aus Kopier-schutzgründen mussten die
digitalen Bilddaten einer DVD vom DVD-Player vor der Ausgabe stets
mittels eines Video Digital-/Analog-Konverters in analoge Daten
umgewandelt werden. Die Wandler wurden zwar mit der Zeit, gerade in
hochklassigen DVD-Spielern, immer besser, aber eine Wandlung des
Signals musste immer stattfinden. Beim Bildwiedergabegerät dann das
Gleiche umgekehrt: Je nach Art des Bildwiedergabegeräts war eine
erneute Wandlung von analogen in digitale Signale erforderlich (ein
DLP-Projektor z.B. benötigt ein digitales Signal). Solche Wandlungen
sind stets verlustbehaftet! Erstmalig per DVI bzw. HDMI gestattet die
Software-Industrie eine direkte Übertragung digitaler Signale von
Gerät zu Gerät. Eine Wandlung Digital-Analog-Digital ist nicht mehr
erforderlich.
Hohe Bandbreite für alle digitalen Formate
Mit seiner hohen Bandbreite verarbeitet HDMI alle heute bekannten
digitalen Formate. HDMI überträgt Audiodaten bis zu Frequenzen von 192
kHz mit Wortbreiten von bis zu 24 Bit auf bis zu 8 Kanälen. Die
Bandbreite für Videodaten liegt bei bis zu 165 MHz. Damit lassen sich
alle heute in der Home-Cinema-Welt eingeführten Bild- und Tonformate
einschliesslich HDTV (bis zur derzeit höchsten Auflösung von 1080p)
ohne Qualitätsverlust darstellen.
Datenübertragungsraten
HDMI bietet hohe Datenübertragungsraten von bis zu 5 GBit pro Sekunde
(Typ A) bzw 10 Gbit/s (Typ B, in Consumergeräten nicht üblich). Aus
diesem Grund ist es nicht nötig Datenkompression einzusetzen. Zudem
sind dank der hohen Bandbreite Artefakte auch bei komplexen
Bildinhalten und schnellen Bewegungsabläufen nicht zu befürchten.
Kompatibel zu DVI
HDMI ist abwärtskompatibel zu DVI-I (Digital Visual Interface), der
bis zur Einführung von HDMI einzigen weit verbreiteten digitalen
Schnittstelle für Videodaten. Der Kopierschutz HDCP wird
gegebenenfalls vom Videomaterial-Hersteller (z. B. in CSS-codierten
DVDs) über Steuerbits aktiviert und erfordert dann laut Vorschrift an
beiden Schnittstellen einen Hardware-Chip, der das Videosignal auf der
digitalen Ausgangs-Leitung codiert bzw. anschlissend im Display
decodiert. Ohne HDCP-Chip bleibt sonst das Display dunkel oder zeigt
Farbrauschen, ausserdem kann in sogenannten „HD ready“-Geräten noch
eine evtl. vorhandene analoge Ausgangs-Schnittstelle (progressive
Komponentensignale YUV) beeinflusst werden (z. B. nur
Standard-Auflösung), um hochwertige Kopien zu verhindern. Die
DVI-Schnittstelle an HDCP-fähigen neueren Videogeräten (z. B.
DVD-Playern) ist daher nicht kompatibel zu DVI-Schnittstellen im
Computerbereich, es sei denn, auf diesen Komponenten ist HDCP
implementiert (was Stand August 2005 lediglich bei einigen wenigen
PC-Flachbildschirmen der Fall war). Bei derartigen Geräten, die einen
DVI-Eingang mit HDCP-Unterstützung besitzen, ist dann lediglich noch
ein kleiner Adapter notwendig, da die DVI-Stecker nicht dasselbe
Format wie die HDMI-Stecker besitzen. Allerdings kann dann ein Monitor
die HDMI-Audiosignale i. A. nicht entschlüsseln und wiedergeben. Am
23. August 2005 wurde HDMI v1.2 offiziell verabschiedet, das
vollständig abwärtskompatibel zu HDMI1.0/1.1 ist. Als Erweiterung
wurde ein 1bit AudioStream mit aufgenommen, wie er beispielsweise bei
der SACD Anwendung findet. Zudem wurden einige neue sekundäre
Videoformate mit aufgenommen, um beispielsweise höhere
Bildwiederholfrequenzen bis 240Hz und mehr PC-übliche Videoformate zu
unterstützen.
Fernbedienungsfunktion
Wenig Erwähnung finden
bisher die Fernbedienungsfunktionen von HDMI. Unterstützt werden die
Protokolle CEC (Consumer Electronics Control) und AV.link, beides
Protokolle, die sich für universelle Fernbedienungen durchgesetzt
haben. Hierbei ist AV.link der in Europa vorherrschende Standard.
Damit ist es möglich, mehrere über HDMI-Kabel verbundene Komponenten
über nur eine Fernbedienung und eine Infrarot-Strecke zu steuern.
Geeignet auch für lange Strecken

HDMI Kabel können
problemlos auch über längere Strecken gefahren werden. Längen über 20
Meter sind bereits getestet und für absolut störungsfrei befunden
worden. Das den HDMI-Spezifikationen zugrundeliegende TDMS-Protokoll
von Silikon Image ist auch für den Glasfaser-Transfer ausgelegt und
erlaubt so den Transport über noch weitaus längere Strecken.
Von der HDMI Organisation sind bisher maximal 15 Meter lange Kabel
zertifiziert. Vereinzelt sind auch nicht zertifizierte 20m HDMI-Kabel
zu finden, die in den meisten Fällen aber problemlos funktionieren.
Lange Kabel weisen eine andere Kabelkonstruktion auf als kurze. Auch
mit Signalrepeatern kann die 15m Distanz verdoppelt werden. Für
grössere Distanzen bis 100m stehen Extender zur Verfügung, die das
Signal wandeln und über LWL/Glasfaserkabel übertragen.
Flexible Steuerungsmöglichkeiten durch bi-direktionale
Datenübertragung
HDMI lässt auch
bi-direktionalen Datentransfer zu. Für den Anwenderer ergeben sich
daraus mannigfaltige Vorteile. Nur ein Beispiel: Ein digitaler
Fernseher oder AV-Receiver kann einem digitalen Sat-Receiver
übermitteln, welches seine gerade eingestellten Bild- und Tonformate
(z.B. 16:9 oder 4:3/Letterbox oder 5.1 oder 2-Kanal-Stereo) sind.
Dieser übermittelt dann seine digitalen Informationen automatisch in
der entsprechend passenden Einstellung.

Reserven für erweiterte digitale Formate
HDMI ist zukunftssicher.
In den Spezifikationen von HDMI sind Reserven eingearbeitet, die
bereits höhere Übertragungsraten zukünftiger Bild- und Tonformate
berücksichtigen. So nutzt HDMI selbst für die derzeit am höchsten
auflösende HDTV-Variante nur etwa die Hälfte seiner potentiellen
Bandbreite von 5 GB/sec.
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