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Grundlagen
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Allgemeine Informationen

Satelliten begleiten die Erde schon seit Menschengedenken, denn Satelliten sind nichts anderes als Begleiter, so wie die Erde ein natürlicher Satellit der Sonne und der Mond ein Satellit der Erde ist. Mit dem Weltraumzeitalter der Menschen begann zugleich das Zeitalter der künstlichen Satelliten. Satelliten haben eine Vielzahl von Aufgaben übernommen, zum Beispiel für die Wetterbeobachtung, Forschung und in den letzten Jahren immer stärker in der Nachrichtenübermittlung.
Satelliten haben je nach Aufgabe verschiedene Umlaufbahnen. Bei elliptischen Bahnen schwankt die Höhe und entsprechend die Umlaufgeschwindigkeit. Die für uns interessanten Kommunikations-Satelliten befinden sich in der Regel auf einer kreisrunden Bahn über dem Äquator. Diese Bahn hat den Vorteil, dass ein Satellit mit einer Flughöhe von ca. 35800km genau 24 Stunden benötigt, um die Erde einmal zu umkreisen, also von der Erde aus gesehen still steht. Diese Umlaufbahn bezeichnet man als geostationäre Bahn. Leider unterliegen Satelliten nicht völlig idealen Bedingungen. Die in dieser Entfernung vorkommenden Protonenteilchen oder Meteoritenstaub und vor allem der Lichtdruck von der Sonne machen
ständige Lagekorrekturen notwendig. Die Position des Satelliten darf maximal 0,1Grad von der Sollposition abweichen. Dies entspricht einem Würfel mit einer Kantenlänge von 70km. Die Lebensdauer eines Satelliten hängt also nicht nur vom Zustand der Bordbatterien ab, sondern vor allem vom Treibstoffvorrat des Satelliten.
Aufwärts zum Satelliten (Uplink) gelangen die Signale von einer Erdfunkstelle, z.B. Betzdorf in Luxemburg für die ASTRA-Satelliten oder Rambouillet bei Paris für die EUTELSAT-Satelliten. Uplinkstationen müssen die Signale mit grosser Leistung sehr genau auf einen bestimmten Satelliten richten, um Interferenzen mit benachbarten Satelliten zu vermeiden. Dazu verwendet man hochwertige Cassegrain-Antennen mit Durchmessern von 4m bis 30m. Der Satellit verstärkt die empfangenen Signale und sendet diese zurück auf die Erde. Die benötigte Energie bezieht der Satellit von seinen Solarzellen. Der Richtstrahl des Satelliten darf maximal +/- 1° Toleranz aufweisen.

 

Immer mehr Bandbreite und digitale Übertragungsverfahren

Die Satellitenkapazitäten werden kontinuierlich ausgebaut. Neue Programme und Dienste, speziell die Einführung digital übertragener Angebote, erfordern mehr Bandbreite und erweiterte Frequenzbereiche. Mit dem Beginn der kommerziellen Übertragung von digitalen Fernseh- und Radioprogrammen begann 1998 für das Satellitenfernsehen ein neues Zeitalter. Die digitale Übertragungstechnik nach der neuen DVB-Norm (www.dvb.org) bietet zahlreiche Vorteile wie: • bessere Ausnutzung der Bandbreite (1 analoges TV-Programm = 4...8 digitale TV-Programme) bzw. eine Vervielfachung der Programme und analog dazu werden die Übertragungskosten pro Programm erheblich gesenkt • bestechende Bild- und Tonqualität • neue Dienste und Möglichkeiten wie z.B. EPG (elektronischer Programmführer) dank der kombinierten Datenübertragung • HDTV, das neue hochauflösende Fernsehen • Integration in die Welt der Personal-Computer . . .
Früher, im analogen Zeitalter, wurden die meisten Programme im Frequenzbereich von 10,7...11,75GHz übertragen, dem sogenannten unteren Band (low band). Die neueren Satelliten erschliessen vorwiegend das obere KU-Band (high band) mit einem Frequenzspektrum von 11,7...12,75GHz. In diesem Bereich werden vor allem die digitalen Programmangebote nach der neuen DVB-Norm übertragen. Um zusätzlich Kapazität zu gewinnen, werden die Signale vom Satelliten mit horizontaler oder vertikaler Polarisation abgestrahlt. So kann der komplette Frequenzbereich von 10,7...12,75GHz doppelt benutzt werden, was einer totalen Bandbreite von 4100MHz pro Orbitposition entspricht. Die wichtigsten Satellitenbetreiber in Europa sind ASTRA mit ihren Satelliten auf 19,2° Ost und EUTELSAT mit der Hotbird-Flotte auf 13° Ost.

 

Die Hotbird Satelliten von EUTELSAT

Eutelsat ist einer der weltweit führenden Anbieter von Kommunikationslösungen für Satelliten. Das Unternehmen unterhält im geostationären Orbit auf 17 Positionen zwischen 15° West und 70,5° Ost eine der weltweit jüngsten Satellitenflotten. Das System besteht aus 23 Satelliten. Seit der Gründung vor 25 Jahren steht Eutelsat als Pionier für zahlreiche technische Innovationen in der Satellitenbranche. So hat Eutelsat als Erster in Europa Fernsehen via Satellit übertragen, ist einer der Wegbereiter des DVB-Standards für die digitale Übertragung von TV-Kanälen und hat Datendienste vorangetrieben. Eutelsat überträgt über 2400 TV-Sender und 1000 Radioprogramme. Darüber hinaus werden via Eutelsat mehr als 750 internationale Unternehmensnetze für Kunden aus der Finanzwelt, Logistik, Energiewirtschaft, Produktion und dem Mediensektor betrieben. Das Unternehmen beschäftigt 490 Mitarbeiter aus 27 Ländern.
Zentrale Position von Eutelsat im TV-Markt ist 13° Ost mit den vier HOTBIRD™-Satelliten. Diese bilden, gemessen an der Zahl der übertragenen Programme, eines der weltweit grössten Satellitensysteme überhaupt. Eutelsat erreicht mit seinen HOTBIRDs™ 113 Millionen Kabel- und Satellitenhaushalte. Über diese Satelliten senden die Schweizer Programme der SRG, alle interessanten italienischen Programmanbieter (RAI, Mediaset und Sky Italia), die französischen TPS-Programme (Télévision par satellite) sowie zahlreiche andere interessante Programme (eine Liste finden Sie unter www.belsat.ch).
Die EUTELSAT-Satelliten werden laufend weiterentwickelt. Die neuen Modelle bieten mehr Leistung, eine höhere Kapazität, eine grössere Ausleuchtzone und eine längere Lebensdauer als die bisherigen Modelle. Der neuste Satellit auf 13° Ost ist mit 64 gleichzeitig betreibbaren Transpondern HOTBIRD™ 8, der grösste jemals von Eutelsat bestellte Satellit. Dieser unterstützt seit 2006 die anderen HOTBIRD™-Satelliten. Damit sichert 13° Ost langfristig ihre Reputation als eine der weltweit sichersten Satellitenpositionen für TV-Übertragungen.

 

Die Astra-Satelliten auf 19.2° Ost

Das SES ASTRA-Satellitensystem ist das führende System für den Direktempfang in Europa und versorgt mehr als 109 Millionen Satelliten- und Kabelhaushalte in Europa. Die ASTRA-Satellitenflotte besteht gegenwärtig aus 12 Satelliten, die 1864 analoge und digitale Fernseh- und Radiokanäle übertragen. SES ASTRA versorgt außerdem Unternehmen, Regierungen und ihre Dienststellen mit satellitenbasierten Multimedia-, Telekommunikations- und Internetdiensten. Mit den 26 über ASTRA Satelliten empfangbaren High-Definition-Kanälen ist ASTRA die wichtigste HDTV-Plattform in Europa. Die Hauptorbitalpositionen von ASTRA sind 19,2° Ost, 28,2° Ost und 23,5° Ost.
Von den zur Zeit 12 Satelliten sind sieben auf der Orbitalposition 19.2° Ost ko-positioniert. Diese ASTRA-Satelliten sind für uns in der Schweiz sehr wichtig, da viele bekannte deutschsprachige Programme über diese Position empfangbar sind. Zusätzlich senden über diese ASTRA-Satelliten die Pay-TV-Anbieter PREMIERE (Deutschland), Canal Satellite (Frankreich), Digital+ (Spanien), Canal Digital (Holland) sowie viele weitere Anbieter. Mit sieben Satelliten auf derselben Position nützt SES die Orbitalposition 19,2° optimal aus. Mit über 120 Transpondern (Übertragungskanäle) werden mehr als 850 digitale und 45 analoge TV-Programme übertragen. Natürlich kommt auch der Radioempfang mit ca. 420 digitalen und 25 analogen Kanälen nicht zu kurz. Zusätzlich zu seinen aktiven Transpondern verfügt jeder ASTRA Satellit über Reservekapazitäten für andere ASTRA Satelliten, die bei Bedarf aktiviert werden können.
Die Orbitalposition 28,2° Ost wird vorwiegend von englischsprachigen Programmanbietern benutzt. Es senden auch diverse unverschlüsselte Programme, wovon besonders die BBC-Programme sehr beliebt sind. Allerdings muss beachtet werden, dass die Sendeleistung dieser Programme in der Schweiz relativ gering ist und eine entsprechend grosse Antenne für einen guten Empfang notwendig ist.

 

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