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Grundlagen
Technik-1
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Beispiel-2
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Beispiel-5

 

 

Koaxialkabel und Stecker

Aufgrund der hohen Frequenzen bei Hausverteilungen für Satellitenanlagen (950...2150MHz) sind ausschliesslich hochwertige, geschäumte Koaxialkabel zu verwenden, wie z.B. das Koaxialkabel SAT75+. Zusätzlich ist eine hohe Abschirmung und die korrekte Montage der F-Stecker sehr wichtig, um Interferenzstörungen, Echos, Reflektionen und natürlich Fremdeinstrahlung von anderen hochfrequenten Geräten (z.B. Funktelefon) zu vermeiden.

  Crimpstecker

  Schraubstecker

 

Konverterschalter und Multischalter

Die Anforderungen an Multischalter werden vielfach unterschätzt. Bei Systemen mit 4 oder 8 Satelliten-Eingängen für die Verteilung von digitalen DVB-Programmen müssen folgende Werte unbedingt eingehalten werden:

  • der Frequenzbereich für die Satelliten-ZF muss minimum den Bereich von 950-2150MHz umfassen. Die Frequenzen unter 950MHz müssen mit einem Hochpassfilter begrenzt werden, um Störungen im terrestrischen Frequenzbereich zu vermeiden

  • der Frequenzbereich für den terrestrischen Eingang beträgt 47-862MHz. Die Frequenzen über 862MHz müssen mit einem Tiefpassfilter begrenzt werden, um Störungen im Satellitenbereich zu vermeiden

  • die Entkopplung zwischen den Satelliten-Eingängen sollte bei einem Multischalter mit 4 Sat-Eingängen minimum 20dB betragen, bei einem Schalter mit 8 Sat-Eingängen grösser 25dB sein

  • die Entkopplung zwischen dem terrestrischen Eingang und den SAT-Eingängen sollte min. 30dB betragen

  • die Entkopplung an den Teilnehmerausgängen darf 25dB nicht unterschreiten

  • das Gehäuse bzw. der mechanische Aufbau des Multischalters muss störstrahlsicher sein

Ein grosses Problem bei Gemeinschaftsanlagen mit 4 oder 8 ZF-Eingängen für analoge und digitale Programme sind die grossen Pegelunterschiede. Die Pegeldifferenzen von schwächeren analogen Satellitentranspondern zu den stärksten digitalen Transpondern können 10-12dB betragen! Falls ein Multischalter mit typ. 15dB Entkopplung eingesetzt wird (und davon existieren viele auf dem Markt), erreicht man aufgrund des vorhandenen Pegelunterschiedes nur noch eine Entkopplung von 3-5dB!! Falls bei dieser geringen Entkopplung noch SAT-ZF-Frequenzen von schwachen und starken Programmen zusammenfallen, ist selbstverständlich kein ungestörter Empfang mehr möglich. Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten, dieses Problem der grossen Pegelunterschiede zu lösen:

  • Die Pegel zwischen den einzelnen SAT-ZF-Ebenen werden mit Dämpfungsreglern angepasst. Man kann externe Dämpfungsregler zum Absenken der Pegelstarken Ebenen einsetzen oder der Multischalter hat entsprechende Dämpfungsregler eingebaut. Das Problem bei dieser Lösung ist der relativ grosse Installationsaufwand. Auch die teilweise grossen Pegelunterschiede innerhalb einer SAT-ZF-Ebene können so natürlich nicht korrigiert werden.

  • Damit ein Übersprechen der SAT-ZF-Bereiche in jedem Fall vermieden wird, muss ein hochwertiger Multischalter mit extrem hohen Entkopplungswerten eingesetzt werden. Hat ein Multischalter z.B. 35dB Entkopplung zwischen den SAT-Eingängen, so wird trotz 15dB Pegelunterschied eine Entkopplung von minimum 20dB erreicht.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die maximalen Ausgangspegel. Es ist von elementarer Wichtigkeit, dass die im Multischalter eingebauten Kompensationsverstärker im linearen Bereich betrieben werden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass speziell der terrestrische Verstärker oftmals mit zu hohen Pegeln angefahren wird und deshalb übersteuert. Leider werden dann nicht nur die terrestrischen Programme sondern vielmals alle Programme beeinträchtigt.

 

Steuersignale für Konverter und Schalter

Kommerzieller Satellitenempfang existiert in der Schweiz seit 1986. Im Laufe der Zeit haben sich diverse Möglichkeiten zur Steuerung von Anlagekomponenten entwickelt. Die wichtigsten, heute noch verwendeten Steuerungen werden folgend kurz beschrieben:

0 / 12V: Steuerung eines Schalters über eine separate Leitung mit einer DC-Spannung von normalerweise 0 Volt und 12 Volt (selten auch 0 Volt und 5Volt)

13 / 18V: Steuerung via Koaxialkabel mit zwei unterschiedlichen DC-Spannungen, normalerweise 12...14,5V und 16...18V. Mit diesen beiden Spannungen wird meistens die Polarität, vertikal (=12...14,5 V) oder horizontal (=16...18V), gesteuert und zusätzlich der Konverter gespiesen.

22kHz: Die Umschaltung mit einem auf der LNB-Speisung aufmodulierten 22kHz-Träger hat sich als Standard etabliert. Diese Steuerung ist in allen neueren Satelliten-Empfängern (ab ca. 1995) integriert und wird normalerweise für die Bandwahl (unteres bzw. oberes Band) bei Universal-Konvertern eingesetzt.

 

Das DiSEqCTM-System - der heutige Standard

Bedeutet ausgeschrieben Digital Satellite Equipment Control, was übersetzt etwa „die digitale (binäre) Steuerung von Komponenten der Satellitenanlage“ heisst. DiSEqCTM hat sich über die letzten 2-4 Jahre als quasi Standard fest etabliert. Die DiSEqC™-Steuersignale für die Kommunikation zwischen Sat-Receiver und LNB, Antennenmotor, Relais oder Multischalter werden komplett über das vorhandene Koaxialkabel übertragen. Das DiSEqC™-Konzept beruht auf der digitalen Erweiterung des 22-kHz-Tones auf der Speisespannung (derzeit 14 bzw. 18 Volt). Normalerweise dauert die Übertragung eines DiSEqC™-Befehls nicht einmal eine zehntel Sekunde. Bei bisherigen Anlagen wurde das 22-kHz-Signal entweder gesendet (für Highband) oder nicht (für Lowband). Bei DiSEqC™ wird es nun digital getastet („0“ und „1“) und kann dadurch die verschiedensten Befehle übertragen. Das folgende Bild zeigt, wie über das 22kHz-Signal binäre Schaltsignale („0“ und „1“) gesendet werden:

DiSEqC™ wurde so definiert, dass das System nach heutigen Bedürfnissen weit überdimensioniert ist und für die Zukunft noch genügend Erweiterungsmöglichkeiten zulässt. Die Entwickler haben jedoch nicht nur an die Zukunft gedacht. Ein großer Vorteil von DiSEqC™ ist die Abwärtskompatibilität, d. h. auch DiSEqC™-Bauteile können noch mit den Befehlen 14/18 Volt und 22kHz etwas anfangen. Das neue System fügt sich also nahtlos in bestehende Anlagen ein, kein Bauteil muss deswegen ausgetauscht werden. In bestimmten Fällen besteht der Bedarf, dass ein Peripheriegerät, das einen DiSEqC™-Befehl empfangen hat, eine Bestätigung zum Aussender (Sat-Receiver, Relais oder Multischalter) zurück senden soll. DiSEqC™ beherrscht auch dies. Man unterscheidet bei der DiSEqC-Steuerung zwischen verschiedenen sogenannten Levels. Die wichtigsten Levels sind:

Mini DiSEqC: Steuerung mit einem einfachen Tone Burst, max. 2 Universal-LNB’s auf einen Empfänger, unidirektional
Level 1.0: zur Steuerung von maximal 4 Universal-LNB’s mit allen Bereichen = total 16 mögliche Sat-Ebenen (vertikal/horizontal und low/high-Band), unidirektional
Level 1.1: wie Level 1.0, zusätzlich geeignet für DiSEqC-Einkabelanlagen und Anlagen mit kaskadierten DiSEqC-Bauteilen (Befehle werden mehrmals gesendet), maximal 64 Sat-Ebenen sind möglich, unidirektional
Level 1.2: wie Level 1.1, jedoch mit erweitertem Befehlssatz, zum Beispiel zur Steuerung von drehbaren Antennen via Koaxialkabel, unidirektional
Level 1.3: wie Level 1.2, aber mit erweitertem Befehlssatz
Level 2.0: wie Level 1.0, die Kommunikation erfolgt aber in beide Richtungen, z.B. sendet der Empfänger einen Befehl und der Multischalter schickt die Bestätigung, bidirektional
Level 2.1: wie Level 1.1, jedoch bidirektional
Level 2.2: wie Level 1.2, jedoch bidirektional
Level 2.3: wie Level 1.3, jedoch bidirektional

 

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